DSFP 2017 – Deutscher Science Fiction Preis

DSFP 2017 – Der Deutsche Science-Fiction-Preis

Ihr Lieben, die Nominierungen für den DSFP 2017, den Deutschen Science-Fiction-Preis, wurden veröffentlicht und endlich kam ich dazu, mir die Romane mal anzusehen. Sechs Sci-Fi-Werke stehen in der Kategorie „Bester deutschsprachiger Roman“ zur Wahl. Was mich besonders freut: Neben den Bestseller-Autoren Brandhorst, Eschbach und Elsberg finden sich auch drei Romane aus Kleinverlagen auf der Liste.

Nominierte Romane – DSFP 2017

»Die Welten der Skiir 1: Prinzipat« von Dirk van den Boom.
Cross Cult 2016. 450 Seiten. ISBN 978-3864258671

Die Zeit des Erwachens ist gekommen. Zweihundert Jahre nach der Eroberung der Erde durch die insektoiden Skiir wird die vollständige Isolation der Menschheit aufgehoben. Die ersten Schritte in die galaktische Gemeinschaft konfrontieren die Menschen mit einer harten Realität: voller Intrigen, rivalisierenden Gewalten, Manipulationen und einer Hierarchie, in der man sich mühsam hocharbeitet oder untergeht. Widerstand brodelt gegen die Herrschaft der Skiir. Als ein mysteriöser Angreifer eine der Kernwelten des Imperiums attackiert und die gottgleichen Herrscher in der Verteidigung ihres Besitzes versagen, bricht die Krise aus. Die Menschheit steht vor der Wahl: gemeinsam mit ihren neuen Herren für den Erhalt des Reiches zu kämpfen oder die Gunst der Stunde zu nutzen und die Freiheit wiederzuerlangen … [Quelle: Die Welten der Skiir bei Amazon]

Die Welten der Skiir: Prinzipat ist der erste Band einer Trilogie aus dem Hause Cross Cult. Prinzipat steht seit Erscheinen auf meiner Readfy-Liste, jedoch habe ich es bisher nicht geschafft, es zu lesen. Mittlerweile ist Band 2: Protektorat bereits erschienen. Im September erscheint Band 3: Patronat. Dirk van den Boom kennen Sci-Fi-Leser vielleicht als Autoren diverser ellenlanger Reihen. Der Cross Cult-Verlag ist ein kleiner feiner Nerd-Verlag, der neben Sci-Fi-Romanen auch Comics und Franchise-Reihen anbietet. [Wie diese: Doctor Who; Zeitreisen-Status: 4 von 8]


»Omni« von Andreas Brandhorst.
Piper 2016. 560 Seiten. ISBN 978-3492703598

Aurelius, vor zehntausend Jahren auf der legendären Erde geboren, ist einer von nur sechs Menschen, die Zugang zu Omni haben, einem Zusammenschluss von Superzivilisationen, der die Macht über die Milchstraße innehat. Nun erhält Aurelius seinen letzten Auftrag: Er soll verhindern, dass ein rätselhaftes Artefakt an Bord des im Hyperraum gestrandeten Raumschiffs Kuritania in falsche Hände gerät. Eine einflussreiche Schattenorganisation ist dem Wrack bereits auf der Spur. Der Agent Forrester und seine Tochter Zinnober sollen den Fund bergen und Aurelius entführen – denn mit seiner Hilfe könnte das Artefakt wieder aktiviert werden. Doch die Mission gerät außer Kontrolle – und Aurelius, Forrester und Zinnober finden sich in einem undurchsichtigen Spiel wieder, das die Zukunft der ganzen Menschheit bedroht … [Quelle: Omni bei Amazon]

Mit Das Schiff hat Andreas Brandhorst bereits im letzten Jahr sowohl den DSFP als auch den Kurd-Laßwitz-Preis abgeräumt. Sowohl Das Schiff als auch Omni habe ich nicht gelesen – und werde es wohl auch nicht -; einfach weil Kleinverlage und unbekannte Autoren meine Neugier viel mehr entfachen als jährlich erscheinende Must-Haves der immergleichen Autoren.


»Der Bahnhof von Plön« von Christopher Eckert.
Mitteldeutscher Verlag 2016. 400 Seiten. ISBN 978-3954625307

Zusammen mit seinem trollähnlichen Diener haust der anfangs noch namenlose Ich-Erzähler in einem schäbigen New Yorker Apartment und führt dubiose Aufträge für eine Person durch, die sich »der Lotse« nennt. Gegenwärtig soll eine höchst befremdliche Fracht transportiert werden, doch die Arbeit erweist sich als so kraftraubend und sinnentleert, dass der Erzähler beginnt, nicht nur an seiner Aufgabe, sondern auch an sich selbst zu zweifeln. Wer ist er wirklich? Warum ist sein Leben eine Lüge? Und wieso ist er in der Lage, von den USA aus mit der U-Bahn nach Paris, Amsterdam und Kiel zu fahren?

Mit »Der Bahnhof von Plön« legt Christopher Ecker sein bislang kühnstes Buch vor eine verstörende Tour de Force, die gleichermaßen Zeitanalyse, Entwicklungsroman, spannender Thriller, literarische Fantasy und ein philosophischer Exkurs der düstersten Sorte ist. Im Mittelpunkt des ebenso virtuosen wie doppelbödigen Spiels um Trug und Wirklichkeit steht ein schmerzhafter Selbstfindungsprozess: Wenn wir diejenigen sind, die durch unsere Erinnerungen geformt werden, wer sind wir dann, wenn diese Erinnerungen falsch sind? [Quelle: Der Bahnhof von Plön bei Amazon]

… Wow, was für ein Klappentext! Leider ist mir der Roman noch nicht in die Hände gefallen und der Autor unbekannt. Wer mehr über den Autoren erfahren will, der schaut mal auf Christopher Eckers Facebook-Seite vorbei. Und wenn ihr schon dort seid, liket doch kurz auch den Mitteldeutschen Verlag.


»Helix« von Marc Elsberg.
Blanvalet Verlag 2016. 648 Seiten. ISBN 978-3764505646

Haben Sie die Gene zum Überleben?
Der US-Außenminister stirbt bei einem Staatsbesuch in München. Während der Obduktion wird auf seinem Herzen ein seltsames Zeichen gefunden – von Bakterien verursacht? In Brasilien, Tansania und Indien entdecken Mitarbeiter eines internationalen Chemiekonzerns Nutzpflanzen und –tiere, die es eigentlich nicht geben kann. Zur gleichen Zeit wenden sich Helen und Greg, ein Paar Ende dreißig, die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, an eine Kinderwunschklinik in Kalifornien. Der Arzt macht ihnen Hoffnung, erklärt sogar, er könne die genetischen Anlagen ihres Kindes deutlich verbessern. Er erzählt ihnen von einem – noch inoffiziellen – privaten Forschungsprogramm, das bereits an die hundert solcher »sonderbegabter« Kinder hervorgebracht hat, und natürlich wollen Helen und Greg ihrem Kind die besten Voraussetzungen mitgeben, oder? Doch dann verschwindet eines dieser Kinder, und alles deutet auf einen Zusammenhang mit sonderbaren Ereignissen hin – nicht nur in München, sondern überall auf der Welt … [Quelle: Helix bei Amazon]

Science Fiction zum Thema Genetik. Hätt ichs gewusst, hätt ichs gelesen. – Marc Elsberg hat in meinem Schubladendenken die Rolle eines Thriller-Autoren inne; da habe ich wohl Roman und Autoren unterschätzt. Seine Romane Zero und Blackout waren für mich nie interessant. [Aus dem Blanvalet-Verlag lese ich zzt. Wie kommt der Sand an den Strand – Sachbuch Alltagsphysik rund um Sonne, Meer und Strand.]


»Teufelsgold« von Andreas Eschbach.
Bastei Lübbe 2016. 512 Seiten. ISBN 978-3785725689

Auf der Jagd nach dem Stein der Weisen – Wer sind die Alchemisten unserer heutigen Zeit?
Nach dem Ende der Kreuzzüge taucht er das erste mal auf: der Stein der Weisen, mit dem man Gold machen kann – gefährliches Gold, radioaktives Gold nämlich. Der Stein erscheint, als ein Alchemist Gott verflucht, und er zieht eine Spur der Verwüstung durch Europa. Die Deutschordensritter erklären es zu ihrer geheimen neuen Aufgabe, ihn zu finden und sicher zu verwahren. Für alle Ewigkeit.
Doch in unserer Zeit kommen zwei Brüder, die unterschiedlicher kaum sein könnten, dem wahren Geheimnis des Steins auf die Spur: Er ist ein Schlüssel – ein Schlüssel, der unser aller Leben zum Guten hin verändern könnte.
Oder öffnet er die Pforten der Hölle? [Quelle: Teufelsgold bei Amazon]

Teufelsgold von Andreas Eschbach steht auf meiner Spotify-Hörbuch-Liste zzt. auf Platz 2 nach „Die letzten Tage der Nacht“ von Graham Moore. Ob ich die 16 Stunden dann tatsächlich durchhöre, weiß ich noch nicht. Das Wort „Ritter“ im Klappentext siebt es für mich fast aus. [Von Bastei Lübbe lese ich zzt. Die Flammende Welt von Genevieve Cogman.]


»Vektor« von Jo Koren.
Atlantis Verlag 2016. 190 Seiten. ISBN 978-3864024290

Alpha Novak ist Ärztin für invasive Kybernetik. Nachdem sie ihre Zulassung auf der Erde verloren hat, flickt sie nun, auf der Raumstation Eris TKS, Prothesen und Implantate von Arbeitern aus dem Asteroidenbergbau zusammen. Zur Seite steht ihr der Bonobo Kit, der dank seines Hirnimplantats mit Menschen kommunizieren kann.

Eines Tages begegnet ihr ein Patient mit einer eigentümlichen Fehlfunktion von Herzschrittmacher und Gehirnimplantat. Der Grund dafür: das erste Computervirus, das menschliche Implantate befällt. Dr. Novak versucht zunächst vergeblich, den Leiter der Raumstationsklinik von der Existenz des Virus zu überzeugen. Erst als ein Pfleger der Klinik infiziert wird, sieht der leitende Arzt Handlungsbedarf und fährt das Computersystem der Klinik herunter.
Etwa zur gleichen Zeit gibt es einen plötzlichen Anstieg der künstlichen Schwerkraft der Raumstation. Wenig später wird der Chefingenieur tot aufgefunden. Novak findet in der Zwischenzeit heraus, dass außer dem Ursprungspatienten weitere Personen ein Risiko tragen, durch das mittlerweile deaktivierte Computersystem infiziert worden zu sein: unter anderem sie selbst … [Quelle: Vektor bei Amazon]

Vektor von Jo Koren habe ich gestern Morgen bei Readfy angefangen und gestern Abend beendet. Ein knackiger kleiner Sci-Fi-Krimi mit nur 190 Seiten, der interessante Themen anschneidet, aber dem leider der letzte WUMMS fehlt. Geschickter formuliere ichs dann in der Rezi, die zeitnah folgt. Hier noch Jo Korens Blog und die Verlagshomepage des Atlantis-Verlags.


Gedanken zur Nominierung

Wie jedes Jahr sind die Phantastik-/SciFi-Preise für Überraschungen gut. Die Nominierungen von Andreas Brandhorsts Omni sowie Andreas Eschbachs Teufelsgold sind mit Sicherheit keine Überraschungen. Marc Elsberg hatte ich nicht als Sci-Fi auf dem Schirm. Besonders gefreut haben mich die Nominierungen der Verlage Cross Cult, Mitteldeutscher Verlag und Atlantis.

Mögliche Kandidaten waren für mich zudem Mirror von Karl Olsberg (Aufbau Verlag) und Das Universum nach Landau von Vilm-Autor Karsten Kruschel (Wurdack). Auch Heyne war mit Unsterblich von Jens Lubbadeh wochenlang in aller Blogs. Phillip P. Peterson, dessen Nominierung für den KLP 16 mich so manch Lobeshymnen verfassen ließ (Ein Hoch auf Indies!), hat sich mit einer mäßigen Fortsetzung seiner Transport-Trilogie wohl selbst ins Knie geschossen. Und bei Thariot blickt doch keiner mehr durch…

Welche Romane ich im Jahre 2016 gelesen habe, schaut ihr am besten hier nach: Mein Lesejahr 2016. Die Bilder unten sollten auf die Monatsübersichten führen. Einige Romane mit Erscheinungsdatum von 2016 finden sich auch in den Übersichten meiner „Sci-Fi-Welle“ seit Januar 2017 – denn seitdem lese ich nicht viel anderes.

Weitere Infos zum DSFP 2017

… sowie die nominierten Kurzgeschichten findet ihr auf der Homepage des DSFP. Manches findet ihr vielleicht auf Readfy. In jedem Falle lohnt es sich aber – gerade bei Kleinverlagen ohne großes Werbebudget – zu liken, zu werten und Rezis zu verfassen – wenige Sätze genügen. Jeder Klick zählt. Wirklich.

Der DSFP 2017 wird am 16.06.2017 vergeben. Im September folgt der Kurd-Laßwitz-Preis. Und der Deutsche Phantastik Preis, für den ihr bis zum 17.04.2017 hier voten könnt.

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