Furthest Station Ben Aaronovitch

The Furthest Station Novelle von Ben Aaronovitch

Furthest Station Ben Aaronovitch[Rezension] Ben Aaronovitch: The Furthest Station – Novelle zu Die Flüsse von London

The Furthest Station ist die erste Novelle zu der „Die Flüsse von London“-Reihe von Ben Aaronovitch. Zeitlich spielt sie zwischen dem dritten Comic „Black Mould“ [Rezi], unmittelbar vor „Der Galgen von Tyburn“ [Rezi]. Das Büchlein umfasst 118 Seiten und ist bisher nur als englisches Hardcover erschienen. Im März 2018 erscheint das Taschenbuch; ob es eine deutsche Version geben wird, ist derzeit nicht bekannt.

Kurz zum Cover: Auf dem Cover befindet sich eine im üblichen Stil Stephen Walters die gezeichnete Karte, doch diesmal nicht von London, sondern Chesham. Titel und Blut sind – wie in den deutschen TB-Ausgaben – in glänzendem Spotlack.

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Pendler zwischen den Welten

Sergeant Jaget Kumar weiß nicht mehr weiter. Seit einiger Zeit berichten Pendler von seltsamen Erscheinungen in der U-Bahn während der morgendlichen Rush Hour. Die seltsam gekleideten Gestalten scheinen eine dringende Nachricht überbringen zu wollen. Dass die Zeugen sich unmittelbar nach Sichtung der Geister an nichts mehr erinnern können, erleichtert die Polizeiarbeit nicht gerade. Entnervt – und vielleicht ein wenig verzweifelt – wendet sich Jaget Kumar an PC Peter Grant. Die Geisterjagd beginnt…

Neben Peter ermitteln auch Abigail und Toby im Namen des Folly. Da alle Sichtungen auf der 1863 eröffneten Metropolitan Line zwischen Baker Street und Wembley Park auftraten, beginnen sie dort. Bald führen sie Hinweise aus der Stadt. Denn 40 km vom Londoner Stadtzentrum entfernt, in der Grafschaft Buckinghamshire, liegt das Örtchen Chesham. Dort, wo der Fluss Chess entspringt, liegt die am weitesten entfernte Haltestelle der Metropoliton Line, also „The Furthest Station“.

Geister Underground

In The Furthest Station ermittelt Abigail Kamara an der Seite von Peter Grant. Abigail trat bereits in der Vergangenheit in Kontakt mit Geistern, bspw. zu Beginn des dritten Bandes „Ein Wispern unter Baker Street“ (S. 16), wo sie den Loop eines vom Zug erfassten geisterhaften Sprayers ebenfalls in einem U-Bahn-Tunnel begegnete. Neu ist lediglich ihre Rolle als „Aushilfe“ im Folly und fleißige Lateinschülerin. Ganz selbstlos hilft sie nicht aus, denn sie möchte selbst eines Tages in Magie unterrichtet werden.

Etwas tricky für ungeübte Englisch-Leser finde ich die Verwicklung historischer Geister in den Folly-Fall sowie die detaillierte Beschreibung der U-Bahn-Strecken, meist zeitgleich. Generell sind Aaronovitchs Werke für Anfänger schwer zu lesen. Aber was will man machen, wenn das Buch vielleicht nie auf Deutsch erscheint? Vielleicht könnte die kindle Word Wise-Funktion beim eBook könnte helfen. (Da ich das eBook nicht besitze, weiß ich nicht, ob The Furthest Station das unterstützt.) Weiß das jemand?

Einen Übersichtsplan des Londoner Metropolitan Line (Underground) findet Ihr hier.

Wie passen die Flüsse von London auf 118 Seiten?

The Furthest Station ist ein typischer „Flüsse von London“-Roman. Denn die kurzen 118 Seiten fühlen sich tatsächlich wie ein vollständiges Abenteuer an. Im Gegensatz zu den Comics, die eher durch Optik, Situationskomik und Extras punkten, wurde hier an keiner Stelle offensichtlich an Plot gespart. Allerdings treten Molly, Beverly & die Flüsse nur sehr kurz in Erscheinung; irgendwo muss man halt sparen. Peter moderiert sich gewohnt flapsig durch den Fall, liefert allerhand bissiges Hintergrundwissen, und auch die üblichen Motive, wie die Füchse, treten in Erscheinung. Einzig spürbarer Unterschied zu den Romanen ist die Gradlinigkeit, mit der Peter den Hinweisen nachjagt. Dementsprechend gibt es nur eine Spur, der er zielgerichtet folgt. In den Romanen „brennt“ es ja häufig an vielen Stellen zeitgleich.

Fazit: Überraschend viel Abenteuer auf wenigen Seiten!

Wer fast 12 € für ein 118 Seiten starkes Büchlein gibt, setzt die Messlatte automatisch etwas höher an. Preislich bewegt sich The Furthest Station damit auf Graphic Novel-Niveau. Anders ausgedrückt: Bei gleichem Preis-Seiten-Verhältnis würde Ken Folletts neuster Schinken satte 117 € kosten!

Dementsprechend skeptisch ging ich also an die Story. Doch in dem schmalen Büchlein verbirgt sich überraschend viel Abenteuer, ein echter „Flüsse von London“-Roman, der sich (mit kleinen Abstrichen) für mich anfühlte „wie ein großer“.

Überrascht hat mich, dass nicht alle Twists in der Novelle aufgeklärt wurden. Vor allem die Geschehnisse rund um die mysteriösen Füchse an mehreren Stellen des Buches finden in meinen Augen keinen zufrieden stellenden Abschluss. Ob die Antwort auf meine Fragen im nächsten Roman folgt?

The Furthest Station ist nicht weltbewegend, aber clever gemacht. Zudem gibt es allerhand Kleinigkeiten im Text, die mich zum Grübeln brachten. Die Novelle ist ein spannendes Abenteuer mit etwas abrupten Ende; im Grunde also wie jeder andere Flüsse-Teil auch. Ich würd ihn wieder kaufen.


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Unnützes Wissen:

Bereits im Juni erschien eine signierte Sammleredition im amerikanischen Verlag „Subterranean Press“. Es scheint, Aaronovitch erschließt neue Märkte. Im Buch finden sich deswegen in Fußnoten sog. „Anmerkungen für Reynolds“, in denen bspw. Größenverhältnisse ins Amerikanische übertragen werden.


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The Furthest Station Book Cover The Furthest Station
Die Flüsse von London 5,5
Ben Aaronovitch
Urban Fantasy Krimi
Gollancz
28.09.2017
Englisches Hardcover
118

A brand new novella in the PC Grant series!

There's something going bump on the Metropolitan line and Sergeant Jaget Kumar knows exactly who to call.

It's PC Peter Grant's speciality . . .

Only it's more than going 'bump'. Traumatised travellers have been reporting strange encounters on their morning commute, with strangely dressed people trying to deliver an urgent message. Stranger still, despite calling the police themselves, within a few minutes the commuters have already forgotten the encounter - making the follow up interviews rather difficult.

So with a little help from Abigail and Toby the ghost hunting dog, Peter and Jaget are heading out on a ghost hunting expedition.

Because finding the ghost and deciphering their urgent message might just be a matter of life and death.

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