Lesemonat April 2016

IMG_0870[Mein Lesemonat] April 2016

In meinem Lesemonat April 2016 hat mir nichts und niemand die Laune verhagelt: Bei mir war Indie-Monat. Und so hab ich mich quer durch alle Genres gelesen. Diesmal u.a. mit dabei: Ein Teenager-Waldzauber-Buch, ein völlig verrückter Esoterik-Trip rund ums Leben nach dem Tod (inkl. Zombies), ein High-Fantasy-Epos im Taschenbuchformat und ein Provinzkrimi.

Unterm Strich macht das also 5 Bücher im April, von denen nur eins unter 400 Seiten hatte, ein Textadventure, ein Comic-Heftchen, zwei News plus ein weiteres Buch, was ich gestern ausgelesen, aber nicht mehr rezensiert habe. (Folgt bald.) Infos unten. Doch zuerst:


Meine Highlights des Lesemonat April 2016

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Wolfgang Kirchner – Element8: Das Flüstern der Erde (Element8-1)

Das Flüstern der Erde ist das Erstlingswerk des österreichischen Autors Wolfgang Kirchner.

Der Flüsterwald verändert sich: Narna, eine junge Erdläuferin, spürt den Umschwung ganz genau. Fremde Reiter wurden im Wald gesichtet, und rote Krähen. Alles in ihrem Lebensraum weist darauf hin, dass die düstere Prophezeihung sich erfüllen wird; kann Narna ihr Volk retten?

Kreton Morgenwasser, Vikar der übelsten Sorte, leitet die Expedition ins Reich des Erdvolks. In einem alten Grab der Hohengrim hofft er ein Artefakt zu finden, welches die Macht haben könnte, die Schatten aus Artei zu vertreiben.

Viele Völker bewohnen den Kontinent Artei und zahlreiche Legenden ranken sich um ihre Helden.  Artei ist lebendig, bedrohlich, im Wandel. Kretons und Narnas Abenteuer sind spannend, der Roman mit unheimlich viel Herzblut geschrieben: Detailliert und mit einer ganz eigenen Atmo, die tief gefangen nimmt. Ein Must-have für (High) Fantasy-Fans, aber legt euch das Glossar daneben.

[Zur Rezension : Wolfgang Kirchner – Element8: Das Flüstern der Erde]


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Anette Kannenberg – Der Sterbeschlamassel (Dododilemma 2)

Der Sterbeschlamassel ist die direkte Fortsetzung von Das Mondmalheur der in Spanien lebenden Autorin Anette Kannenberg.

Séamus Leben muss sich ändern: Sein Medizinstudium nervt und seit Neustem wohnt seine Mutter bei ihm. Séamus beschließt, Schriftsteller zu werden. Ein Glück, dass sein Opa auf Seniorenkreuzfahrt ist und dessen vormalheurliches Gruselhaus freisteht. Tut es doch, oder?

Die toughe Liz ist Dodopflegerin, Möchtegern-Archäologin und Séamus beste Freundin, der, wenn es nach ihren Tarot-Karten geht, in esoterischer Not schwebt. Mit ihrem Pendel bewaffnet eilt die ihm zur Hilfe.

Margaret ist Wächterin des kränkelnden Lebensbaumes, dessen Geheimnis niemand kennt. Doch das soll sich bald ändern, wenn es nach ihr geht. Währenddessen versuchen zwei altbekannte Wissenschaftler die Naturgesetze des Jenseits zu überwinden, um sich still und heimlich zurück ins Leben zu schleichen. Ob das gut gehen kann?

Der Sterbeschlamassel ist ein turbulenter Abenteuer-Roman aus zwei Welten. In bester Douglas Adams-Manier beschreibt Anette Kannenberg schräge Charaktere an gruseligen Orten mit liebenswerten Macken und verrückten Ideen. Ein irrwitziges Abenteuer mit Gute-Laune-Garantie. Lest aber bitte Band 1 zuerst.

[Zur Rezension : Anette Kannenberg – Das Mondmalheur] #Favorites

[Zur Rezension : Anette Kannenberg – Der Sterbeschlamassel]


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Gabriela Kasperski – Sicht unsichtbar (Schnyder & Meier 3)

Sicht unsichtbar ist der dritte Band der Provinzkrimi-Reihe aus dem Züricher Umland. Ich habe bei Band 3 begonnen; der Einstieg war nicht schwer.

Im Dorfe sind die Ökos los! In Waldbach am Greifensee soll ein ökologisches Luxusresort, Projekt VillageGreen, entstehen. Die Pläne liegen vor und gestern erst wurde das letzte Grundstück überschrieben. Alles wäre perfekt, läge nicht der ehemalige Besitzer tot auf dem Aussichtsturm am See. Der Vertrag, unbeglaubigt, wirft so einige Fragen auf. Wer ist der Möder von Johan Havemann?

Die Taufe ihres Sohnes Finn stürzt Zita Schnyder und Kommissario Meier in neuen Trubel. Zu viel geht schief, auch in ihrer Beziehung: Wünscht sich der Kommissario doch nichts sehnlicher, als das ultimative Spießerleben, während Zita als frisch gebackene Mutter im kleinen Dorf die Decke auf den Kopf fällt.

Ein herzlich-herzhafter Chaos-Krimi aus einer übersichtlichen Gemeinde im Naturschutzgebiet. Wie ein auf Buchseiten gebannter Kur(z)urlaub von meinem üblichen Genre. Macht Spaß! Bitte mehr!

[Zur Rezension : Gabriela Kasperski – Sicht unsichtbar]


Eher mau

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Annika Meyer – Verschwundene Seelen

Verschwundene Seelen: Die Vergessenen der Wirklichkeit ist der Debütroman der erst 17-jährigen Autorin Annika Meyer.

Alina lebt in einer kleinen Stadt mit ihrem Vater und ihrem Bruder. Eines Nachts träumt sie von einer Frau, deren Augen die Farben wechseln; nichts Ungewöhnliches, bis sie auf dem Schulhof einen Jungen sieht, bei dem es auch so ist. Was Alina nicht weiß: Sie ist eine der Auserwählten, die dazu bestimmt sind, die Welt vor den Schattenmenschen zu schützen. Doch die ihnen neu verliehenen Fähigkeiten müssen die Teenager erst lernen zu beherrschen.

Verschwundene Seelen ist ein tougher Mädels-Roman mit schwachem Anfang, aber recht gutem Ende. Am meisten daran hat mich allerdings die Entwicklung der Autorin innerhalb des Buches interessiert; von bloßer (schon kreativer) Schilderung zu manch kniffigen (wenn auch nicht immer logischen) Plotwendungen. Kann man lesen.

[Zur Rezension : Annika Meyer – Verschwundene Seelen]

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Will Hofmann – Götter

Agnes und Günter wuchsen in Reservaten auf. Von der Außenwelt abgeschieden, lebten und litten sie, nach Geschlechtern getrennt, unter der Schreckensherrschaft der sogenannten Götter, die das Dorf nur gelegentlich mit ihren stählernen Vögeln besuchten und Frauen mitnahmen.

Agnes jedoch zweifelt an ihrem Götterglaube. So hat sie doch beobachtet, wie Tiere sich vermehren. Wieso also gibt es nur eine Art Mensch, wenn zur Vermehrung im Tierreich immer zwei gehören? Eines Tages flieht sie aus dem Reservat und begegnet Günter, der ebenfalls floh. Gemeinsam treffen sie auf die Zivilisation.

Götter von Will Hofmann hat mir nicht gefallen. Der Klappentext klang vielversprechend dystopisch, auf der Verlagshomepage war es als Fantasy angegeben. Dystopische Fantasy? Ich war neugierig. Leider hat mir Will Hofmanns dialogarmer Erzählstil nicht gefallen und auch der Schwerpunkt aufs „Kennenlernen der Welt“ hat mich schnell durch ständige Wiederholung genervt. Tatsächlich würde ich dieses Buch als Lesestoff für Autoren empfehlen; man kann viel daraus lernen.

[Zur Rezension : Will Hofmann – Götter]

Die letzten beiden Bücher gibt es auf per Readfy, kostenlos aber werbefinanziert, zu lesen.

Textadventure

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Raumstation Theseus von Storyquest und Pegasus Spiele

Vier Perspektiven bilden die Story von Raumstation Theseus, und sind zugleich die spielbaren Charaktere der iOS-/Android-App: Als Mitarbeiter der Forschungsstation, Mannschaftsmitglied des Transportschiffs KSS-Schwalbe, Grey und Marine erkundest du die Geschichte durch einige Verästelungen.

Leider zu wenige. Pro Abenteuer stehen nur eine Handvoll Entscheidungsmöglichkeiten zur Verfügung, das Spiel hatte ich sehr schnell durch. Insgesamt gibt es kaum Möglichkeiten, das Spiel maßgeblich mitzubestimmen oder gar zu lenken. Leider enttäuschend, auch wenn mir Grafik und Stimmung sehr gut gefallen haben. Schade.

[Zur Rezension : Raumstation Theseus]


Aaronovitch-Corner

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Endlich wurde die dtv-Fassung von The Hanging Tree angekündigt; zusätzlich gibt es einen neuen Klappentext mit weiteren Infos über den Inhalt des Buches und ein Datum: Am 10.02.2017 ist Der Galgen von Tyburn im Buchhandel erhältlich. [Zu den News]

Zudem hat Ben Aaronovitch eine Novelle ergänzend zu den Flüssen von London angekündigt. Hier geht´s zu den News: Novelle Household Gods

Und natürlich ist auch die Comic-Episode Night Witch in die nächste Runde gegangen. Bitte lest die Rezi zu Night Witch 2: Home Invasion nur, wenn ihr Night Witch 1: The Jump bereits kennt.


 Mein Indie-Lesemonat April 2016

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meiner Buchauswahl, aber es hätte mehr Science Fiction sein können. Gestern habe ich Apollonia Sensenschmidt – Die Relikte der Erbauer zuende gelesen; ein tolles Indie-Erstlingswerk! Die Rezi folgt in den nächsten Tagen. Auf meinem SuB liegt als nächstes Die Mission von Ann Leckie, der zweite Teil der Maschinen-Reihe. Die Maschinen habe ich bereits vor einigen Monaten gelesen, und war danach wirklich verwirrt. Aber der Eindruck dieses Buches blieb so fest in meinem Kopf verankert, dass ich mich letztendlich doch in Teil zwei stürzen werde; und ich freu mich richtig drauf! Hier ein Vorgeschmack für euch:

Die Maschinen von Ann Leckie

[Rezension : Ann Leckie – Die Maschinen ist ein literarischer Mount Everest mit Sci-Fi-Panorama]


Wie immer könnt ihr hier Buchvorschläge posten. Was könnte mich interessieren?

Ich wünsche Euch einen viel-seitigen Mai! Euer Lächeln 🙂

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