[Rezension] Douglas Adams Per Anhalter durch die Galaxis – Von der Kunst nicht zu paniken, wenn das Leben durchknallt

IMG_0457[Rezension] Douglas Adams Per Anhalter durch die Galaxis – Von der Kunst nicht zu paniken, wenn das Leben durchknallt

Bereits 1979 erschien das Buch „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“. Zwei Filme gab es seitdem: Die Urfassung von 1981 sowie die Verfilmung von 2005 mit Halb-Watson/Halb-Hobbit Martin Freeman, die wohl den meisten von euch durch das Feiertagsfernsehprogramm bekannt sein wird. Mir nicht, und so war das Buch für mich Neuland – und traf mich unvorbereitet mitten ins Hirn.

„Hallo, Freunde.“

Arthur Dent ist solider Häuslebauer, nur jetzt ohne Haus. Das nämlich fiel soeben der interplanetarischen Bauplanung zum Opfer: Die Erde muss der neuen Hyperraum-Umgehungsstraße weichen – und nun offenbart ihm sein bester Freund Ford Prefect, dass er ein Außerirdischer sei und die Erde nur noch zwei Minuten zu existieren habe. Außerdem habe er, Ford, einen magischen Anhalter-Daumen. Ab jetzt, lieber Arthur Dent, bist du interplanetarischer Flüchtling.

Plötzlich ohne Dach und Heimatplaneten, dafür mit einem Außerirdischen an seiner Seite, fühlt sich Arthur selbst als Alien im eigenen Leben… und genau genommen ist er das, wo immer er auch auftaucht. Was also tun? Guter Rat ist teuer.
Das ist er nicht, sagt Ford Prefect. Zeit, den Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ zu testen. Der verspricht: Für unter 30 Altair-Dollar sieht man so manch außerirdischen Kauz auf recht wahnwitzigen Planeten. – Versprochen!

Satire, Komödie und eine Wahnsinns-Show

Fasziniert hat mich am „Anhalter“ tatsächlich nicht der Plot, sondern Douglas Adams Schreibstil. Ja, britische Satire. Herrlich! Frech! – Was habe ich gelacht!
Geistreich! Witzig! Durchdacht! Ständig ertappte ich mich bei diesem dämlichen wohlwissenden Dauergrinsen mit gelegentlichem Nicken: bei jedem neuen Char, bei jeder neuen Weisheit.

„Leben“, sagte Marvin, „erzähl mir bloß nichts vom Leben!“

Die Charaktere: Der schurkischen Präsident, der nicht ohne große Show kann. Der manisch-depressive/schwermütige Prototyp-Roboter mit Echtem Menschlichen Persönlichkeitsbild, der dank übermenschlicher/die Menschheit überragender Intelligenz seine bloße Existenz kaum erträgt. Der Freund vom andern Stern, der absolut unempfänglich für jeden Flax ist. Außerirdische, wie sie menschlicher nicht sein könnten!

Hier ist Unwahrscheinlichkeit Methode und der Wahnsinn blinder Passagier. Der allgegenwärtige intergalaktische Wahnsinn gefiel mir sogar so gut, dass ich mit einem Schwung alle fünf Teile kaufte, bevor ich den ersten überhaupt abschloss. Das passiert bei mir eher selten. Dann las ich drei Bücher am Stück weg, ohne auch nur ein anderes Buch anzutouchen. Das tu ich sonst auch nie. Und jetzt würd ich am liebsten völlig irrationale 6 Sterne geben, ohne dass ich den Plot besonders gut fand. Ihr seht mich zutiefst verwirrt.

Per Anhalter durch die Galaxis: Don´t Panic!

Aber hält das Buch, was es verspricht? Ehrlich gesagt: Nein.
Ich hatte mir aufgrund des Titels einen Roadtrip durchs All vorgestellt. Sowas wie einen abgefahrenen „Kleinen Prinzen“, intergalaktisches „Interstate 60“ usw. Das Buch stoppt, wenn es richtig spannend wird: Dann nämlich, wenn sie aus dem fremdgesteuerten Schlamassel raus sind und endlich Zeit hätten, zu erkunden, neue Leute zu treffen. Der Weltraum-Roadtrip beginnt ab Band 2!

Darum sage ich euch: Nur den ersten Band zu lesen, bringt euch nix. Er ist nur der Grundstein für Chars und Plot, zum Eingewöhnen in Adams verrückte Art. So fühlt sich das Ende des Buches erst wie der Anfang einer großen Reise an.

Es folgte eine wahnsinnige, grauenhafte Stille. 
Es folgte ein wahnsinniger, grauenhafter Krach. 
Es folgte eine wahnsinnige, grauenhafte Stille. 

Wer abgedrehte Sachen wie Pratchett und Moers liebt, auf SciFi und Brit-Lit steht, der wird von Douglas Adams überwältigt sein!

Stern4(**)

„Wenn die Menschen ihre Lippen nicht ständig in Bewegung halten, dachte er (Ford), rosten sie wahrscheinlich ein. Nach ein paar Monaten Nachdenken und Beobachten gab er diese Theorie zugrunsten einer neuen auf. Wenn sie ihre Lippen nicht ständig in Bewegung halten, dachte er, fangen ihre Gehirne an zu arbeiten. Nach einer Weile verwarf er auch diese Theorie, weil sie ihm allzu zynisch vorkam, und er gelangte zu dem Schluss, dass er die Menschen eigentlich ganz gern habe.“ S. 53


[Übersicht] Douglas Adams : Per Anhalter durch die Galaxis

1. Per Anhalter durch die Galaxis
2. Das Restaurant am Ende des Universums
3. Das Leben, das Universum und der ganze Rest
4. Mach´s gut, und danke für den Fisch
5. Einmal Rupert und zurück
6. Eoin Colfer – Und übrigens noch was… [Autor von Artemis Fowl u. Warp]

Per Anhalter durch die Galaxis Book Cover Per Anhalter durch die Galaxis
Fünfteilige Anhalter-Trilogie 1
Douglas Adams
PhiloSciFi-Weltraum-Roadtrip-Vorspiel
Heyne
2009
Taschenbuch
208

Der erste Band der fünfteiligen Trilogie

Vor 30 Jahren wurde von einem der größten Verlage Ursa Minors (und der Erde) das bemerkenswerteste Buch, das je veröffentlicht wurde, der Menschheit zugänglich gemacht: Per Anhalter durch die Galaxis.
Für Arthur Dent ist es ein ganz normaler Donnerstag, bis sein Haus von Planierraupen niedergewalzt wird. Kurz darauf wird allerdings auch die gesamte Erde von einem vogonischen Bautrupp plattgemacht, weil sie einer Hyperraum-Umgehungsstraße weichen muss. Aber da hat sich Arthurs bester Freund schon längst als Alien entpuppt, und sie sausen durchs Weltall mit nichts als ihren Badetüchern und einem harmlos wirkenden Buch, auf dem in großen, freundlichen Buchstaben »KEINE PANIK« steht. Und dabei hat das Wochenende gerade erst angefangen…

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