[Rezension] Außergewöhnliche Dystopiewelt: Lissa Price – Starters

IMG_2378
© Piper

[Rezension] Außergewöhnliche Dystopiewelt: Lissa Price – Starters

Beim Stöbern stieß ich auf die Romane „Starters“ und „Enders“. Der Klappentext klang vielversprechend; einen Dystopie-Wissenschaftsthriller mit Verwirrspiel habe ich erwartet. Ich wurde nicht enttäuscht.

Nebenjob Bodybank

Die sechszehnjährige Callie ist nach dem Tod ihrer Eltern für ihren kranken Bruder Tylor verantwortlich. In Geldnot wendet sie sich an die Firma Prime Destination, welche eine Bodybank betreibt, in der Starters ihre Körper an Ender vermieten können. Doch bei einer ihrer Buchungen wacht sie plötzlich auf: In einer völlig anderen Welt voller Reichtum und Macht. Dort lernt sie Blake, den Enkel des Senators, kennen.

Als Callie erwacht, erfährt sie von Helena Winterhills schrecklichen Plänen. Ihre Mieterin scheint, allen Regeln zum Trotz, eigene Wege gehen zu wollen: Sie will mit Callies Körper morden. Callie muss das um jeden Preis verhindern, doch scheint sie nicht ganz sie selbst zu sein. Zudem ist sie in dieser verwirrenden neuen Welt allein: Wem kann Callie zwischen allen Enders vertrauen?

Die Gesellschaft, in der sie leben: Dystopie vom Feinsten

„(…)Ohne diese Impfung wären wir jetzt tot, wie unsere Eltern. Tot wie alle Menschen zwischen vierzig und sechzig. Da wir Jungen, ebenso wie die Alten, besonders anfällig für die Genozid-Sporen waren, hatte man unsere beiden Altersgruppen zuerst geimpft. Und jetzt gab es nur noch Starters und Enders. Was für eine makabere Ironie war das?“

Die Welt von „Starters“ wurde vom Sporenkrieg verwüstet: Alle Menschen zwischen 40 und 60 starben. Die Welt ist bevölkert von Starters und Enders, denn nur sie überlebten.

Starters sind Waisenkinder, die ihre Eltern beim Sporenkrieg verloren. Sie leben überall in den Städten in Gemeinschaften. In Armut bilden sie im Unterschlupf ihre eigenen Familien, ihren Schutz. Draußen auf der Straße geht es ums Überleben: Wasser, Nahrung, Geld. Aufgegriffene Starters, die keine Großeltern vorweisen können, werden von Marshalls in Heime, wie das gefürchtete Institut 37, gebracht.

Enders sind Senioren, gebrechlich und stinkreich. Gern mieten sie die Körper junger Starters: Dort machen sie Urlaub vom Altsein, verfügen frei den jungen Körper mit wenigen Regeln. Der Ender steuert mit Hilfe eines kleines Chips im Kopf des Starters dessen Körper, während der Starter selbst schläft. Dank der Medizin erlebt manch´ Ender seinen 200. Geburtstag.

Tatsächlich leben wenige Starters in einem Meer von Enders: Ratet, wer hier das Sagen hat! Kein Wunder, dass die Nachfrage an jungen Körpern bald das Angebot übersteigt.

Kaum gestartet, schon vorbei

Starters ist eine düstere Dystopie voller Innovation. Viele spannende Wendungen und Konflikte haben mich durch die Story gezogen wie ein riesiger Magnet. Für mich genau die richtige Mischung: Zwar ein Jugendbuch, doch mit klarem Schwerpunkt auf Dystopie. Eine Welt, von der ich zuvor nie gelesen habe. Eine Welt voller Irrungen und Wirrungen, in der man niemandem vertrauen kann, oder doch?
Etwas schade fand ich, dass die Story an der Oberfläche blieb. Mit Sicherheit hätte man ethisch tiefer ans Thema herantreten können. Ihr wisst ja: Philosophie ist mein Steckenpferd. So jedoch bleibt die Story knackig-frisch. Kurzweilige 400 Seiten voller Spannung. Das Ende fand ich genial! Ich freue mich auf Teil 2: „Enders“!

Stern4

 

„Gib einem Menschen eine Maske, und er wird dir die Wahrheit sagen.“ Oscar Wilde


[Übersicht] Lissa Price: Starters

1. Starters ****
2. Enders **

(Mittlerweile gibt es beide Romane in einem dicken Taschenbuch für 15 Euro.)


Starters Book Cover Starters
Starters
Lissa Price
Science Fiction
Piper
09.03.2015
Taschenbuch
400

Die 16-jährige Callie lebt in einer Welt, in der eine unheimliche Katastrophe zahlreiche Erwachsenenleben vernichtet hat. Und in der die jungen Menschen einer scheinbar ausweglosen Armut verfallen. Die einzige Möglichkeit für die jugendlichen Starters an Geld zu kommen, ist ein mysteriöses Institut, in dem sie gegen Geld ihre Körper verleihen können. Das Bewusstsein des alten Menschen übernimmt den jungen Körper für eine Zeit, um wieder jung zu sein. Doch bei Callie geht es schief: Sie erwacht, bevor sie erwachen darf – in einem Leben, das ihr völlig unbekannt ist. Anstelle ihrer reichen Mieterin bewohnt sie eine teure Villa, verfügt über Luxus im Überfluss und verliebt sich in den jungen Blake. Bald aber findet sie heraus, dass ihr Körper zu einem geheimen Zweck gemietet wurde – um einen furchtbaren Plan zu verwirklichen, den Callie um jeden Preis verhindern muss ...

2 Gedanken zu “[Rezension] Außergewöhnliche Dystopiewelt: Lissa Price – Starters

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: