[Rezension] John Stephens Emerald ist ein klassisches Abenteuer, wie es klassischer nicht sein könnte.

 

John Stephens: Das Buch Emerald (Chroniken vom Anbeginn 1)
John Stephens: Das Buch Emerald (Chroniken vom Anbeginn 1)

[Rezension] John Stephens „Emerald“ ist ein klassisches Abenteuer, wie es klassischer nicht sein könnte. 

Der geübte Fantasy-Leser erlebt ein Déjà-vu: In „Emerald“ vereint John Stephens das Beste aus hundert Jahren Fantasyliteratur – leider völlig ohne Innovation. Kate, Michael und Emma sind keine Highlights, aber manch´ Nebencharakter ist´s. Und ich bin froh, dass ich durchhielt, denn das Ende ist gut!
Wie jeder Minecrafter weiß: Emerald heißt Smaragd!

Die Trilogie beginnt

Emerald ist der erste Band der „Chroniken vom Anbeginn“-Trilogie, welche außerdem „Rubyn“ und „Onyx“ umfasst.
Drei Waisenkinder. Von den Eltern verlassen. Von einem Heim ins Nächste als „schwer vermittelbar“ abgeschoben. Werden ihre Eltern je zurückkehren, wie sie es einst, in jener Nacht an Heiligabend, versprachen? Wird die 14jährige Kate die Bürde tragen können, ihre Geschwister zu beschützen?
Kate, Michael und Emma landen schließlich in Cambridge Falls, einem gruseligen und fast ausgestorbenen Dorf außerhalb der Zivilisation. In dem riesigen alten Kinderheim sind sie allein, unter Aufsicht der verschrobenen Haushälterin Miss Sallow und dem alten Hausburschen Abraham. Dort streunen sie durch die vielen verfallenen Zimmer und finden ein geheimnisvolles smaragdgrünes Buch, das sie unverhofft in die Vergangenheit befördert: In eine Zeit, in der Magie und Realität fest miteinander verwoben waren und eine böse Gräfin über das Land und seine Menschen herrschte… mit Zauberern, Drachen und allerhand magischen Wesen.

Die Waisen ohne Weisheit

Kate, das erwachsene Mädchen, das seiner Mutter im Alter von 4 Jahren versprach, auf ihre Geschwister aufzupassen. Seitdem verbirgt sie ihre Ängste, um stark für ihre Geschwister zu sein. Emma, das kampflustige, mutige und toughe Kind. Michael, der besserwisserische Zwergen-Forscher, der schwache Nerd, der über sich hinauswächst. Kein Wunder, dass es bei drei so unterschiedlichen Kindern häufig Zankereien gibt. Und so groß der Zusammenhalt auch sein mag: Sie alle werden ihre Grenzen überschreiten müssen, um zu schützen, was ihnen wichtig ist: Die Familie.
Ja, es sind Kinder im Alter von 11-14. Dennoch (oder gerade deshalb) reagieren und entscheiden sie generell nicht besonders klug. Es allein auf das Alter zu schieben, finde ich auch nicht fair. Never trust a böse Hexe, das lernen wir doch schon im Kindergarten! Es klatscht schon oft auf der Stirn.

Klassisches Abenteuer dreier Kinder in klassischer Fantasy-Hexenwelt

Waisenkinder, verlorene Eltern, ein steiniger Weg voller Qual. Zeitreisen durch Papier. Eine böse Hexe, ein Zauberbuch. Böse Träume von Drachen und der steinernen Stadt. Und dann diese ganzen Fantasywesen, die man in jedem (klassischen) RPG spielen kann.
Soll ich das Buch nun gut finden oder nicht, nur weil ich absolut alles darin schon etliche Male woanders gelesen habe? Ja, das Buch vereint vielleicht die besten Fantasy-Ideen der letzten hundert Jahre in einem Buch! Dennoch wurde absolut nichts abgewandelt: Zauberer haben graue Rauschebärte, Zwerge sind typische Axt-Grobmotoriker und Elfen dünne Baumkuschler. (Weiter will ich euch hier nicht spoilern, aber ratet mal, wo die Zwerge leben!) Es wäre ein hervorragendes Buch, hätte ich nicht zuvor den Herrn der Ringe, Narnia und hundert ähnliche Bücher gelesen. Für erfahrene Fantasy-Leser ist das Buch über weite Teile vorhersehbar.

Ein Jugendbuch mit viel Gefühl

Durchs Abenteuer führen Kate Visionen, von denen sie zunächst niemandem erzählt. Sie sind Impulse, treiben sie und die Story voran, sind ihr Bauchgefühl bei Entscheidungen und verdammt gut gemacht. Und dann ist da immer wieder diese Wut, manchmal unerklärlich warum? Die ist weniger gut gemacht.
Der Vorteil der Impulse ist, dass das Buch keine Längen hat. Es geht zügig von einem Ort zum Nächsten, ohne dass tiefe innere Konflikte abgewogen werden müssen. Für Erwachsene ist es fast zu schlicht.
Andererseits gibt es auch viele tiefe Gefühle, die auf für mich unerklärliche Weise behandelt werden, indem sie…
a) ständig wiederholt werden: Fehlende Mutterliebe, das Gefühl kein Zuhause zu haben. Ich verstehe, dass das schlimm ist! Aber ich habs auch beim ersten Mal schon verstanden.
b) viel zu kurz kommen: Das war niederträchtig und egoistisch von Dir, uns zu verraten! Aber wir verzeihen Dir in 3…2…1…Fertig. Weiter im Text. Kein Misstrauen, niemand ist nachtragend. Das ist mir unerklärlich.

Der Hoffnungsschimmer: Ab Seite 350 gehts aufwärts!

Für alle, die es durchhalten wollen, hier ein Hoffnungsschimmer: Das Buch hat 478 Seiten und das Ende ist wirklich super! Da ich auch schon die Hälfte von Rubyn (Teil 2) gelesen habe, kann ich euch sagen: Der zweite Teil ist deutlich besser!
Nun bin ich etwas überfragt. Das Buch hat keine Längen, aber emotional wiederholt es sich ständig. Die Kinder handeln oft dumm. Es gibt aber auch tolle Charaktere, wie z.B. Dr. Pym und Gabriel. Kein Fantasywelt-Klischee wird ausgelassen, aber das Ende ist sehr gut. Die Tendenz geht steil bergauf. Ich runde neutrale 2,5 auf 3 Sterne… mehr ist nicht drin.


[Übersicht] John Stephens – Die Chroniken vom Anbeginn
1. Das Buch Emerald (Kate)
2. Das Buch Rubyn (Michael)
3. Das Buch Onyx (Emma)

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(Highlights: Schaut Euch die Cover an!)

Das Buch Emerald Book Cover Das Buch Emerald
Die Chroniken vom Anbeginn
John Stephens
Fantasy
cbj
06.04.2011
Taschenbuch
478

Drei Geschwister, drei Bücher, ein großes Geheimnis

Als die drei Geschwister Kate, Michael, und Emma, die als Kleinkinder von ihren Eltern getrennt wurden, auf dem Weg in ein neues Waisenhaus in dem abgelegenen Herrenhaus des geheimnisvollen Dr. Pym landen, ahnen sie nicht im Geringsten, wohin sie diese Reise führen wird. Denn bevor sie sich versehen, sind die besonnene Kate, der kluge Michael und die tollkühne kleine Emma in den Kampf um drei magische Bücher voll unermesslicher Macht verstrickt. Sie müssen erfahren, dass es ihre Aufgabe ist, diese zu finden, wollen sie je ihre Eltern wiedersehen. Auf dem Weg dorthin treten sie gegen finstere Gegner an, finden unerwartete, liebenswerte Verbündete, meistern ihre magischen Talente, entdecken unvorstellbare Wesen und beginnen das Geheimnis ihrer Familie zu lüften.

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