[Rezension] Rubyn von John Stephens – Gelungener High und Urban Fantasy-Mix!

John Stephens - Rubyn (Chroniken vom Anbeginn 2)
John Stephens – Rubyn (Chroniken vom Anbeginn 2)

[Rezension] „Rubyn“ von John Stephens -Gelungener High und Urban Fantasy-Mix!

Der zweite Band der „Chroniken vom Anbeginn“. Verglichen zum Vorgänger „Emerald“ macht das zweite Buch „Rubyn“ vieles besser, und dennoch die gleichen Fehler. Ratet mal, wo die Elfen wohnen!

Die zweite Chronik: Michael

Wie unschwer bereits am Cover zu erkennen ist, begibt sich diesmal Michael auf die Suche nach seinem Buch: Rubyn.
Acht Monate nach dem Weihnachtsfest sind Kate, Emma und Michael zurück im „Edgar Allan Poe“-Waisenhaus. Doch es dauert nicht lang, bis man sie findet. Der Himmel verdüstert sich und plötzlich sind überall Kreischer. Um ihre Geschwister zu schützen reist Kate in die Vergangenheit, doch sie kehrt nicht zurück.
Dr. Pym reist mit Michael und Emma in das Dorf Castel del Monte. Dort beginnt ihre Suche nach der zweiten Chronik vom Anbeginn. Bald erfahren sie, dass der Entführer ihrer Eltern auch sie verfolgt. Und Rouke ist weit gefährlicher, als sie dachten.
Kate erwacht im New York des 19. Jahrhunderts, kurz vor der Trennung der Welten. Sie findet Unterschlupf bei einer Diebesbande von Kindern. Welche Rolle spielt ihr Anführer Rafe in der Prophezeihung, die Kates Tod vorhersagt?

Vieles neu, vieles besser

Die Idee des frühen Perspektivwechsels gefällt mir sehr gut! Michael ist ein starker Charakter, clever (naja…) und ist weniger leidend als seine Schwester Kate. Natürlich springt man als Leser auch wieder zu ihr, doch die so dick aufgetragenen Gefühle des ersten Teils sind diesmal gut dosiert. Ja, die Story von Kate und Rafe gefällt mir sogar richtig gut! Dennoch freue ich mich jetzt bereits auf „Onyx“, denn Emmas Perspektive (falls Stephens das so umsetzt) wird wohl mein Highlight!
Es gibt neue Zauber, welche in in dieser Gestalt noch nie zuvor gesehen bzw. gelesen habe. Die Charaktere sind unerwartet frisch und mehrschichtig. Man spürt eine Entwicklung und die Cleverness legt deutlich zu! Das Buch war über weite Teile unvorhersehbar für mich. Und das Wichtigste: In Dialogen erfährt man nun Hintergrund-Informationen, die der Story endlich Tiefe geben.

Und dann doch enttäuscht

Über Kates Abenteuer im 19. Jahrhundert habe ich mich sehr gefreut. Tolle Stimmung, außergewöhnliches Setting und Charaktere. Zauber liegt in der Luft – und Liebe? Dieser zweite Handlungsstrang könnte ruhig länger dauern! Switch zu Michael. Er erträgt alle Schmerzen, die die Chronik ihm verursacht. Er durchlebt fremde Leben, fühlt sie. Das alles ist wunderbar!
Und dann ist plötzlich wieder alles beim Alten: Ratet, wo die Elfen wohnen! Ratet, was sie tragen. Welche Waffen benutzen sie? Was sind ihre Fähigkeiten und Talente? Wie sehen sie aus? Ich fühle mich zurückversetzt nach Dyr-Laigh aus Sacred 2, auf die Elfeninsel bei RoM, in die Gärten von Ysa bei Kingdoms of Amalur etc. Wie beim ersten Teil gilt: Das Buch ist nicht schlecht, nur weil es Altbewährtes aufgreift. Aber für Fantasy-Fans wird es ein übles Déjà-vu geben.
(Leider haben sich in das Buch einige Rechtschreibfehlern eingeschlichen: Das bockige Tier ist eine „Zeige“ und ihr Bruder wird „pötzlich“ zu „Michal“. Auch Zeichensetzung: Leerzeichen vor und nach jedem !. Nein, dramatisch ist´s überhaupt nicht. Es nervt aber.)

Ein Buch mit Tücken

Rubyn ist im Vergleich zu Emerald etwas kreativer geschrieben. Es gibt kleine Innovationen und Michael gefällt mir als Perspektive sehr gut. Durch neue Infos bekommt die Story auch endlich Tiefe.

Der Wächter lachte. „Das ist die Chronik des Lebens! Und das Leben besteht aus Schmerzen! Der wahre Hüter muss in der Lage sein, den Schmerz der ganzen Welt auszuhalten. Ist dein Herz so stark, Junge?“

Leider lässt John Stephens nach wie vor kein Klischee aus und das ärgert mich. Zu den Gimlis aus Emerald gesellen sich in Rubyn die Elfen à la „Der Elf trug grüne Beinkleider, lange weiße Strümpfe, schwarze Schuhe mit strahlend goldenen Schnallen und eine engsitzende, hochgeschlossene, kurze grüne Jacke mit Brokatverzierungen“.
Für mich ist es ein Buch voller Highlights und Tiefpunkten. Einige Kapitel sind großartig, andere mies. Zwischendurch las ich über hundert Seiten am Stück, dann quälte ich mich über 20. Dennoch: Ich freue mich auf Onyx, hoffentlich aus Emmas Sicht. Nur bitte ohne Klischee-Orks und -Goblins! (Das würde ja noch fehlen.)


[Übersicht] John Stephens: Die Chroniken vom Anbeginn 
1. Emerald 
2. Rubyn
3. Onyx

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Das Buch Rubyn Book Cover Das Buch Rubyn
Die Chroniken vom Anbeginn (2)
John Stephens
Fantasy
cbj
08.09.2014
Taschenbuch
496

Nachdem es den drei Geschwistern Kate, Michael und Emma erfolgreich gelungen ist, das erste Buch der Chroniken vom Anbeginn aus den Händen des finsteren Magnus zu retten, sind sie nun bereit für den zweiten Teil ihres Abenteuers. Dieses wird sie an der Seite ihres großväterlichen Freundes Dr. Pym erneut vor gewaltige Herausforderungen stellen, in ferne Welten und Zeiten führen und sie zwingen zu entscheiden, was ihnen wirklich wichtig ist im Leben.

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