Winter- und Weihnachtliche Buchtipps

Winter- und Weihnachtliche Buchtipps

Winter- und Weihnachtliche BuchtippsWinter- und Weihnachtliche Buchtipps 

Draußen wird´s düster und kalt; bald wird es schneien. Die Vorweihnachtszeit hat begonnen.

Für mich beginnt die Adventszeit erst mit dem ersten Winterbuch, was ich lesen kann. Dieses Jahr bin ich unentschlossen. In den vergangenen zwei Wintern, die ich mit diesem Blog erlebt habe, las ich besinnliche Geschichten, spannende Winterabenteuer und literarische Briefe aus der Vergangenheit. Die Messlatte für mein diesjähriges Weihnachtsbuch liegt ziemlich hoch. Ein Rückblick:


So kalt wie Eis, so klar wie Glas von Oliver Schlick

Auf der Beerdigung ihrer Mutter lernt Cora ihren Großvater Jacob Dorneyser kennen, der im verschlafenen Nest Rockenfeld eine Schneekugelwerkstatt betreibt. Cora beschließt, ihr bisheriges Leben umzukrempeln und wechselt auf ein Internat in seiner Nähe. Sie zieht bei einer langjährigen Freundin ihres Opas ein, der kauzigen toughen Dame Elsa Uhlich, die als Ex-Eishockeyspielerin das ganze Dorf kennt. Neue Schule, neue Stadt – Coras neues Leben birgt eine Menge Probleme. Als dann im Dorf der erste Schnee fällt und seltsame Lichtzeichen nachts den Wald erhellen, wird Cora auf den ungeklärten Fall eines verschwundenen Mädchens aufmerksam, das im Zusammenhang mit den lebendig wirkenden Schneekugeln des Dorfes steht.

So kalt wie Eis, so klar wie Glas ist eine Wintergeschichte für jung(e/gebliebene) Erwachsene. Obwohl sie in der Weihnachtzeit spielt, liegt der Fokus auf den Rauhnächten, jenen Nächten zwischen Weihnachten und Drei Könige, in denen die alten Volkssage „Die Wilde Jagd“ stattfindet. Ein außergewöhnliches Winterbuch, was mich durch seine schrägen aber liebenswerten Charaktere, die besinnliche Spannung (ja, wirklich!) und stilvoll inszenierten Kontraste restlos begeisterte.

[Zu meiner Rezi: So kalt wie Eis, so klar wie Glas] *****

[Kennt jemand einen Roman, der ähnlich ist? Ich suche dringend!]


Vierundzwanzig Türen von Klaus Modick

Als Familienvater mit amerikanischer Ehefrau und zwei Teeny-Töchtern im Haus wird die Vorweihnachtszeit zur Bewährungsprobe. Während seine Powerfrau Stacy zwischen Arbeit und Weihnachtsvorbereitungen rotiert und seine Töchter sich auf die Vorweihnachtsdisko der Schule vorbereiten, stellt der Vater als Beobachter den Sinn des Fests in Frage. Durch einen alten Adventskalender, der ihn nicht mehr loslässt, erinnert er sich an die Zeit vor der Hektik, als Weihnachten noch etwas Besinnliches war. Vierundzwanzig Türen schildert auf zwei Ebenen einen Weihnachtskrimi, den Fall eines Kunstraubs im Nachkriegswinter 1946, und einen modernen Weihnachtschaos-Roman, in dem vor allem skeptisch aufs Weihnachtsfest geblickt wird: Ist es noch der Sinn der Vorweihnacht, wenn im Nikolausstiefel Mascara steckt?

Das Adventskalenderbuch „Vierundzwanzig Türen“ von Klaus Modick richet sich an Erwachsene, die wohl älter sind als ich. Doch das Buch überraschte mich: Die Einblicke, die der Erzähler in den Alltag der Familie ermöglicht, sind teils lustig, teils komisch, doch immer spannend. Mit etwa 8-10 Seiten pro Tag bietet Vierundzwanzig Türen viel vorweihnachtliche Atmo für wenig Zeitaufwand.

[Zur Rezi: Vierungzwanzig Türen] *****


Justin Richards: Doctor Who – Silhouette

Die kleinen Highlights der BBC-Serie sind die jährlichen Weihnachtsspecials, in denen der Doctor samt Begleitung ganz besinnliche Abenteuer durchlebt. Silhouette hat mir Weihnachten nichts zu tun, vielmehr ist es ein lesbares Winterspecial der Serie.

Der Frostjahrmarkt auf dem zugefrorenen Themseufer bereichert das viktorianische London um einige Kuriositäten. Ein ungeklärter Todesfall, mysteriöse Energiespitzen und das zauberhafte Puppenspiel der Schaustellerin Silhouette geben dem Doctor & Clara allerhand Rätsel auf. Wie immer, wenn ein Abenteuer den Doctor ins viktorianische London führt, sind auch Madame Vastra und Sontaraner Strax mit von der Partie.

Ein eiskaltes Abenteuer, was vor allem von Zauber, Witz und Spannung lebt. Ein typischer Doctor Who.

[Zur Rezi: Silhouette] ****


J.R.R. Tolkien: Briefe an den Weihnachtsmann

Briefe an den Weihnachtsmann ist ein sehr privater Einblick in J.R.R. Tolkiens Familienleben in der Vorweihnachtszeit. Denn die Briefe an den Weihnachtsmann, die er in den Jahren 1920-1943 schrieb, waren nie für die Öffentlichkeit vorgesehen. Jedes Jahr bekamen seine Kinder einen Brief vom Weihnachtsmann, der mit seinen Helfern am Nordpol einzigartige Abenteuer erlebt. Erst 1976 stellten Tolkiens Kinder diese Briefe einem Verlag zur Verfügung.

Briefe an den Weihnachtsmann eignet sich wunderbar als Vorlesebuch für die ganze Familie. Mit 21 langen Briefen (sowie einigen kürzeren) ähnelt es einem Adventskalenderbuch. Mit zahlreichen Illustrationen versehen ist es ein einzigartiges Schmuckstück, dass sich auf jeden Fall lohnt. Diese Buch verzaubert kalte Winternachmittage und passt perfekt zu Tee und selbst gebackenen Plätzchen.

[Zu meiner Rezi: Briefe vom Weihnachtsmann] *****


Jostein Gaarder: Das Weihnachtsgeheimnis

Zwei Geschichten umfasst das Adventskalenderbuch von Jostein Gaarder: Joachim begibt sich auf die Suche nach der Herkunft eines „magischen“ Adventskalenders. Elisabeth folgt einem Glockenlamm aus dem Kaufhaus. Wo will es hin? Und wieso sieht es niemand außer ihr?

Das Weihnachtsgeheimnis wurde 1992 erstmals veröffentlicht – und das merkt man ihm auch an. Das Adventskalenderbuch schildert ein sehr naives, unschuldiges und sehr christliches Abenteuer zweier Kinder, gespickt mit historischem Wissen und philosophischen Gedanken. Mit heutigen Abenteuerbüchern ist es nicht zu vergleichen.

[Zu meiner Rezi: Das Weihnachtsgeheimnis] ***


Kälte von Michael Northrop ist ebenfalls ein Winterbuch, auf das ich an dieser Stelle (der Vollständigkeit halber) hinweisen, aber es nicht empfehlen möchte. [Zu meiner Rezi: Kälte] **


Weihnachtliche Buchtipps für mich? 

Wahrscheinlich wird meine Zeit in diesem Jahr nur für ein einziges neues Weihnachts- oder Winterbuch reichen. Und ich bin ziemlich spät dran. Das liegt hauptsächlich daran, dass mir für dieses Jahr die Ideen fehlen und mein Schreibtisch recht voll liegt.

Mein Favorit ist derzeit „Tragödie auf einem Landfriedhof“ von Maria Lang, ein schwedischer Krimi in Art von Miss Marple & Hercule Poirot. Vor kurzem las ich den „Mord im Orientexpress“ [Zur Rezi] und seitdem stehen „very british“ Krimis (oder ähnliches) bei mir wieder hoch im Kurs. [Ins Kino hab ichs noch nicht geschafft…]

Die wohl gefragteste weihnachtliche Neuerscheinung dies Jahr ist „Das Mädchen, das Weihnachten rettete“ von Matt Haig. Leider ist dies bereits der zweite Teil nach „Ein Junge namens Weihnacht“ und ich habe keins der Bücher bisher gelesen. Mit satten 17 und 18 € ist mir die Anschaffung zzt. auch zu teuer, dafür dass ich sie nur „vielleicht“ schaffe. Dennoch liebäugel ich damit. Habt ihr die Bücher schon durch? Lohnt sich die Anschaffung des teuren Hardcovers? Wie sieht´s mit Illustrationen etc aus?

Als letztes fällt mir noch Saint Nick von Wolfgang Hohlbein ein; der Roman steht seit Jahren in meinem Regal mit einem Sticker auf dem Cover: 14 DM. Zugegeben: Meine Hohlbein-Zeit ist vorbei, aber ich bin ihm sehr dankbar, brachte er mich doch zum Lesen. Der letzte Versuch, in eine seiner Geschichten abzutauchen, scheiterte kläglich: Das Mörderhotel war keine gute Wahl für ein Sensibelchen wie mich; ich brach es nach wenigen Seiten ab. Dennoch: Saint Nick scheint eine Weihnachtskomödie zu sein, vielleicht ein Versuch wert?

Habt ihr Erfahrungen mit einem der oben genannten Bücher (jedes Feedback hilft!) oder könnt mir Winter- oder Weihnachtsromane empfehlen? Was lest ihr in der Vorweihnachtszeit? Jeder Tipp zählt!

 

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