Opus – The Day we found Earth – App für Switch Android iOS Steam

[Storygames] Opus – The Day we found Earth für Switch, Steam, Android & iOS

Opus The Day we found Earth Sigono Switch
Opus 1 ©Sigono

Opus – The Day we found Earth ist ein stimmungsvoller Indie-Titel des Entwicklerstudios „Sigono“ aus Taiwan, der bisher leider nur auf Englisch erschien. Besonders der wunderschöne, fast verträumte Zeichenstil machte mich auf das Spiel aufmerksam. Seit Ende 2015 gewann das Spiel zahlreiche Awards, weshalb es seinen Weg nicht nur in die App-Stores, sondern seit 30.11.17 auch auf die Nintendo Switch schaffte. Der Nachfolger „Opus – Rocket of Whispers“ erschien am 22.03.2018 auf meiner Lieblingskonsole. Für mich höchste Zeit, die Reise an Bord der OPUS anzutreten.

Story: Auf der Suche nach der verlorenen Heimat

Galactic Calender 16000. Weit entfernt von ihrem Ursprung lebt die Menschheit auf neuen Welten. Als sich der Genpool der neuen Gesellschaft nach Jahrtausenden der Gentechnik jedoch verschlechtert, sehen die Wissenschaftler nur einen Weg, das Überleben der Menschheit zu sichern. Dr. Lisa Adams und ihr Kollege Makoto sollen sich an Bord der Raumstation OPUS auf die schwierige Suche nach der Erde begeben. Dort nämlich, wo alles begann, hofft man unbeschädigtes Material zu finden, um ihre Fehler rückgängig zu machen.

Die Aufgabe des kleinen Roboters Emeth ist es, den Weltraum durch ein Teleskop zu erkunden, um die Erde zu finden. Doch nach einem Blackout findet er die Raumstation verlassen vor. Lediglich die KI seiner ehemaligen Mentorin ist noch an Board. Gemeinsam erkunden sie die Station nach Hinweisen, was auf der Station geschah und führen sie ihre Mission fort. Denn wozu sonst hat man sie erschaffen?

Gameplay: Mit dem Teleskop auf Sternsuche

Im Mittelpunkt der Story steht Emeth, eine kleine Blechbüchse mit großem Herzen. In Opus – The Day we found Earth folgt ihr seinem Leben auf der Raumstation und führt für ihn die aussichtslose Suche nach der kleinen Erde im sternüberfluteten Universum aus.

©Sigono

Per ZL öffnet sich das Teleskop und ermöglicht einen Blick in den Weltraum. Über X gelangt man in das „Earth Locator“-Menü, wo es drei Bereiche gibt: Die Curiosity Database, die Earth Database und die Memory Database. Die Curiosity umfasst Hinweise zu optionalen Zielen: Supernovae und Galaxien, die man finden kann. Die Earth Database ist die Auflistung für die Story relevanter möglicher Erden, eure ToDo. In der Memory Database findet ihr das typische „Was bisher geschah…“ für einen unkomplizierten Wiedereinstieg in die Story.

Eure Hauptaufgabe im Spiel besteht als darin, in der Earth Database mögliche Erden per „Locate“ auszuwählen und sie anhand der gegebenen Hinweise (Mini-Map, Bereich & Koordinaten) zu finden. Dafür ist es manchmal erforderlich, spezielle Filter ein-/auszuschalten. Sobald gefunden, könnt ihr das Ziel-Planetensystem checken, woraufhin die „Erdähnlichkeit“ der Planeten angezeigt wird. Von dem Planeten mit der größten Übereinstimmung bekommt ihr weitere Daten angezeigt, außerdem könnt ihr ihn benennen.

Der Schwierigkeitsgrad der zu findenden Ziele steigt mit fortlaufender Story. Dabei könnt ihr euch ruhig Zeit nehmen, den Weltraum zu erkunden. Später schalten neue Planeten auch weitere Bereiche der Raumstation frei, in denen ihr in Point´n´Click-Manier Hinweise auf den Verbleib der Crew finden könnt. Der zweite Aspekt des Gameplay befasst sich also mit Erkundung der Station. Was ist auf der Station geschehen?

Stimmung: Einsamkeit in bezaubernder Unendlichkeit

Besonders an Emeth ist nicht nur seine Fähigkeit, zu fühlen. Er handelt, denkt und hinterfragt tatsächlich wie ein Kind. So trifft ihn der Schmerz besonders hart, als er mit Doktor Lisa Adams seine Bezugsperson verliert. Die Opus-KI in Form eines Hologramms der Wissenschaftlerin erkennt er nicht als diese an: Er unterscheidet klar zwischen Person und Vision. „Doktor ist Doktor und Lisa ist Lisa“, sagt er und weicht davon nicht ab.

Einsamkeit und Leere erfasst ihn, dort oben in den unendlichen Weiten des Weltalls. Doch legt er nach dem ersten Schock einen erstaunlichen, unerschütterlichen Optimismus an den Tag, mit dem er seine Arbeit wieder aufnimmt. Für ihn ist es undenkbar, dass man ihn allein gelassen hat. Und so glaubt er fest daran, dass Lisa & Makoto noch auf der Station sein müssen.

Unterstrichen wird dieses Gefühl der Einsamkeit und Leere durch einen wundervollen Soundtrack, dem ich ewig lauschen könnte. Auch das „Klirren“ ausgewählter Galaxien beruhigt ungemein. Der feine und stimmige Zeichenstil macht das Spiel zu einem echten Erlebnis, das dazu einlädt, sich in ferne Galaxien zu träumen.

Fazit: Opus – The Day we found Earth: Der Zauber liegt in der Ruhe!

Opus – The Day we found Earth ist ein wundervoll verträumter Einblick in die Weiten ferner Galaxien, bereichert durch eine herzergreifende Story und eine entspannende Spielmechanik, die absolut darüber hinwegtrösten kann, dass im Spiel fast nichts passiert. Der Mix aus Grafik, Sound und Musik, liebevoll gestalteten Charakteren und tiefer Story mit einem entspannten Schwierigkeitsgrad ist wahre Kunst! Und das Spiel hat die für Kunst üblichen Nachteile.

Opus The Day we found EarthMeine Spielzeit betrug etwas mehr als 2 Stunden nach Ende der Story. Es ist nach Ende der Story ist es im „Peaceful Exploring“-Mode möglich, die Galaxien weiter zu erkunden, um noch einige wenige Himmelskörper ausfindig zu machen; insgesamt gibt es 26 Planetensysteme im Spiel und neun weitere Ziele. Das werde ich vielleicht noch machen, weil das Spiel nach einem stressigen Alltag wunderbar entschleunigt. Dennoch empfand ich das Spiel, obwohl ich mir mit allem sehr viel Zeit ließ, als extrem kurz.

Dafür ist der Preis im eShop mit etwa 5 € im Vergleich zu anderen Spielen mit wesentlich längerer Spielzeit eher hoch. In-App-Käufe bietet die Switch noch nicht an. In den App-Stores für Android & iOS ist es günstiger, allerdings gibt es dort zahlreiche, sehr teure In-App-Käufe. Verstehen kann ich den Preis, wenn ich mir die Credits anschaue: Diese lesen sich wie ein „Family & Friends“-Projekt, in dem jeder der wenigen Entwickler alles macht. Und sowas unterstütze ich sehr gerne.


Wenn ihr einen Einblick in die feine Galaxie von Opus erhaschen und tief abtauchen wollt, außergewöhnliche Spielerlebnisse zu schätzen wisst und ein ruhiges Spiel zum Entspannen sucht, dann kann ich Euch Opus uneingeschränkt empfehlen.

Wenn ihr als Vielspieler aufgrund des begrenzten Budgets auf ein gutes Preis-Spielstunden-Verhältnis angewiesen seid, dann eher nicht.


Opus ©Sigono

Opus – The Day we found Earth in den Shops:

[Opus im Nintendo eShop]
[Opus im Google Playstore]
[Opus im Apple App Store]


Weitere Links, mehr Infos:

[Zur Website von Opus]
[Zur Website von Sigono]

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